Massivhaus bauen

Rund um den Hausbau zählt das Massivhaus zu den traditionellen Bauweisen. Dennoch gibt es bei vielen zukünftigen Hausbesitzern Unsicherheiten rund um die Bauweise. Wir möchten versuchen, mit dem folgenden Ratgeber die wichtigsten Fragen rund um die Massivbauweise zu beantworten. Wie im echten Leben beginnen wir mit der Planung des Massivhauses, werfen einen Blick auf die Bauphasen sowie auf die Vorteile beim Massivhaus.

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Vorteile eines Massivhauses

Für viele Bauherren stehen beim Massivhaus bauen die Vorteile an erster Stelle. Grund genug, uns damit ausführlicher zu befassen.

Robustheit und Stabilität

Aufgrund der massiven Baumaterialien wie zum Beispiel Beton oder Ziegelstein kann sowohl die Robustheit als auch die hohe Stabilität des Hauses garantiert werden. Hersteller von Massivhäusern sprechen bei einem solchen Haus von einer durchschnittlichen Lebensdauer von 100 Jahren und mehr.

Schallschutz

Kunden, die bei ihrem Haus Wert auf einen guten Schallschutz legen, kommen kaum an der Bauweise Massivhaus vorbei. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein spezieller Beton als Baumaterial gewählt wurde. Sowohl die Innen- als auch die Außenwände werden beim Massivhaus Stein auf Stein gemauert, was ebenfalls für einen guten Schall- und Trittschutz sorgt.

Wärmedämmung

Für viele Bauherren war schon seit jeher eine gute Wärmedämmung wichtig beim Hausbau. Beim Massivhaus bestehen nicht nur die Außenwände aus Steinen, sondern auch die Innenwände. Dies sorgt dafür, dass sich das Raumklima in einem Massivhaus bis zu einem gewissen Punkt selbst regulieren kann. Möglich wird dies dadurch, dass die Steine Wasserdampf aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben können. Des Weiteren sorgt die Massivbauweise dafür, dass die Steine die Wärme im Winter speichern und im Gegenzug dafür sorgen, dass die Räume im Sommer nicht so stark aufheizen. Kommen heute die energetischen Gesichtspunkte beim Haus bauen zum Tragen, wird klar, dass sowohl die Wärmedämmung als auch die Wärmespeicherung beim Massivhaus für ein gutes Wohnklima sorgen.

Brandschutz

Ziegelsteine und Beton bei der Massivbauweise sind nicht brennbar, was beim Massivhaus für einen hohen Brandschutz sorgt.

Wiederverkaufswert

Bei einem eventuellen Verkauf des Hauses haben Massivhäuser im Vergleich mit dem Fertighaus einen deutlich höheren Wiederverkaufswert, was sowohl an der längeren Nutzbarkeit als auch an der höheren Wertbeständigkeit liegt.

Wartungskosten

Ebenfalls ein Vorteil, an den Bauherren im ersten Moment nicht denken. Nur in den seltensten Fällen kann es bei einem Massivhaus zu Sanierungsmaßnahmen an der Bausubstanz kommen.

Planung eines Massivhauses

Genau wie bei jedem anderen Haus ist beim Massivhaus die Planung rund um das Bauvorhaben das A und O. Wir haben uns die wichtigsten Planungsphasen der Massivhäuser genauer angeschaut.

Grundstücksauswahl

Beim Kauf des Baugrundstücks kommt es nicht nur auf die Größe und den Preis an. Im Vorfeld müssen eine Reihe von grundlegenden Fragen geklärt werden, damit es nicht zu unschönen Überraschungen kommt. Die wichtigsten Kriterien für die Grundstücksauswahl sind:

  • Lage und Infrastruktur –  Viele Baufamilien wünschen sich für ihr Haus eine ruhige Lage, dennoch sollte die Verkehrsanbindung zur Arbeitsstätte oder zur Schule nicht außer Acht gelassen werden.
  • Bebauungsplan – Im Bebauungsplan wird geregelt, wie das Haus in groben Zügen aussehen darf. Es geht dabei unter anderem um die Anzahl der Stockwerke, die Dachform sowie um Garagen und Stellplätze.
  • Ausrichtung – Für die Grundrissplanung nicht unwichtig, denn schon zu Anfang bestimmen Baufamilien, wann sie zum Beispiel die Sonne auf der Terrasse genießen und wie es mit dem Schattenwurf bzw. dem Sonnenverlauf aussieht.
  • Erschließung – Ist das Grundstück bereits erschlossen oder müssen die späteren Hausbesitzer dies in den Kaufpreis des Grundstückes mit einplanen?
  • Bodenbeschaffenheit – Wichtig hierbei ist die Tragfähigkeit des Untergrunds. Wird ein Keller geplant, muss im Vorfeld geklärt sein, wie es mit dem Grundwasser auf dem Grundstück aussieht bzw. ob der Untergrund sehr felsig ist.
  • Neigung – Grundstücke in Hanglage sind optisch sehr reizvoll. Für die Bebauung bedeutet dies oft sehr hohe Baukosten, da der Grund begradigt werden muss.
  • Baulasten – Gibt es bestimmte Verpflichtungen, die der Eigentümer des Grundstückes einhalten muss? Die zuständige Baubehörde kann hierzu Auskunft geben.

Finanzierung – Was kostet es, ein Massivhaus zu bauen?

Die Kosten für den Bau von Massivhäusern sind von einer Reihe von Faktoren abhängig. Neben der Größe des Hauses geht es auch um die Ausstattung, je einfacher diese ist, umso günstiger wird das Massivhaus.

Baufamilien können grundsätzlich mit Kosten von rund 2.000 Euro pro Quadratmeter rechnen. Durch Eigenleistungen, geringere Ansprüche sowie entsprechend gute Gegebenheiten vor Ort kann das Massivhaus auch günstiger werden. Eventuell können Baufamilien durch den Bau eines Typenhauses Geld sparen, da hier im Vorfeld bestimmte Leistungen schon erbracht wurden. Das gilt aber nur für das Typenhaus, das exakt nach dem Vorbild aus dem Katalog erbaut wird. Jede noch so kleine Änderung erhöht die Baukosten. Viele Massivhaus-Anbieter bieten eine Festpreisgarantie. Auch wenn die Hausbaufirmen mit einer solchen Garantie werben, fallen in der Regel noch weitere Kosten an. Für diese Kosten sollte nach Möglichkeit ein Puffer von ca. 10 % des Baupreises eingeplant werden.

Architektur und Grundrissgestaltung

Das Massivhaus kann in verschiedenen Haustypen errichtet werden. Die Möglichkeiten reichen dabei vom Einfamilienhaus über den Bungalow, das Doppelhaus, das Mehrfamilienhaus oder auch die Stadtvilla. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Grundrissgestaltung, denn jedes Massivhaus ist so individuell wie seine Bewohner.

Haustypen

Wie bereits erwähnt, sind beim Massivhaus nahezu alle Varianten von Häusern möglich. Der Klassiker beim Massivhaus ist mit Sicherheit das Einfamilienhaus. Fällt die Entscheidung auf ein Doppelhaus, ist es möglich, dass beide Haushälften in verschiedenen Bauweisen und mit unterschiedlichen Grundrissen gebaut werden können. Bauträger entscheiden sich oftmals für das Reihenhaus in Massivbauweise. Ganz ähnlich sieht es beim Bau der Mehrfamilienhäuser aus. Baufamilien, die sich für das Landhaus oder die Stadtvilla entscheiden, können bei den Grundrissen genau wie beim Architektenhaus ihre individuellen Wünsche für ihr Eigenheim mit einfließen lassen, sodass jedes Massivhaus zu einem echten Unikat wird. Je nach Baupartner werden verschiedene Grundrissvorschläge gemacht.

Übrigens lassen sich auch Massivhäuser als Fertighäuser errichten. Ähnlich wie beim Holz-Fertigbau werden die verschiedenen Bauteile im Werk der Baufirmen vorgefertigt und später auf der Baustelle durch Montageteams der Baupartner nur noch zusammengefügt.

Ausbaustufen

Baufamilien, die mit dem Hausbau nicht wirklich etwas zu tun haben wollen, sollten sich für ihr Massivhaus für einen Partner entscheiden, der nach der Planung alle Arbeiten rund um den Hausbau selbstständig übernimmt. Nach Abschluss aller Arbeiten erfolgt die Schlüsselübergabe durch den Partner.

Wer sich allerdings für das Ausbauhaus entscheidet, der muss beim Hausbau selbst mit anpacken. In der Regel werden das Streichen und Tapezieren sowie die Küchenplanung und der Einbau in Eigenleistung übernommen. Das Ausbauhaus ist deutlich günstiger und versierte Handwerker können so sparen.

Erfahrene Maurer können sich auch für das Bausatzhaus entscheiden und so noch mehr Geld sparen. Die Baufirmen bieten ihren Kunden Schulungen, Workshops und auch das entsprechende Werkzeug sowie oftmals eine Baubegleitung an.

Egal für welche Ausbaustufe sich Baufamilien entscheiden, sie sollten die Leistungsbeschreibung immer genau prüfen, denn keiner der Begriffe ist rechtlich geschützt, sodass jede Baufirma die Ausbaustufen frei definieren kann und der Bauherr zahlt, was im Bauvertrag fixiert wurde.

Wahl des richtigen Baustoffs

Die Baustoffe für Massivhäuser sind andere als beim Fertighaus. Die wichtigsten Materialien für Massivhäuser haben wir uns genauer angeschaut.

  • Backstein – Dieser Stein wird auch als Ziegelstein bezeichnet. Ziegelsteine werden schon seit Jahrhunderten beim Hausbau verwendet und können daher durchaus als der älteste Baustoff bezeichnet werden. Für Backsteine wird Lehm oder Ton gebrannt. Die Steine sind nicht nur wetterfest, sondern auch atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, klimaeffizient und energiesparend. Beim Massivhaus kann der Ziegel sowohl zum Mauern als auch für das Dach verwendet werden.
  • Kalksandstein – Diese weißen Mauersteine überzeugen durch ihre hohe Tragkraft. Sie werden aus den Rohstoffen Kalk, Sand und Wasser hergestellt. Kalksandsteine können sowohl für die Außen- als auch die Innenwände verwendet werden. Die Steine gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen, was auf den Frostwiderstand, die Rohdichte und die Druckfestigkeitsklasse zurückzuführen ist. Leider haben Kalksandsteine nur ungenügende Wärmedämmeigenschaften, sodass die Anforderungen gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) nur mit einem zusätzlichen Aufwand erfüllt werden können.
  • Porenbeton – Der Stein besteht aus den Rohstoffen Kalk, Sand und Wasser und wird in die Gruppe der Leichtbetone einsortiert. Bekannt ist Porenbeton auch als Gasbeton. Der sowohl für Außen- als auch Innenwände verwendet werden kann. Dank der vielen Hohlräume im Stein verfügt dieser über sehr gute Wärmedämmeigenschaften und wird daher sehr gerne für das energieeffiziente Massivhaus bauen verwendet.

Auswahl des Bauunternehmens

Um das richtige Unternehmen rund um den Hausbau zu finden, müssen ein paar grundlegende Punkte beachtet werden.

Wichtigste Grundlage für einen Vergleich ist der Preis der Baufirma. Dazu muss nicht nur der Leistungsumfang verglichen werden. In den meisten Fällen werden die Baunebenkosten bei den Baukosten nicht genannt, was aber sowohl für die Kalkulation als auch für die Finanzierung wichtig ist. Auf keinen Fall darf die Erfahrung sowie die Spezialisierung der Baufirma außer Acht gelassen werden. Referenzen und Erfahrungsberichte sind hier ein wichtiges Hilfsmittel. Für viele Baufamilien ist es wichtig, welche Baustoffe zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund muss dies bereits im Vorfeld mit dem Bauunternehmen geklärt werden. Ein sehr wichtiges Auswahlkriterium ist der Bauvertrag, denn er gibt bereits erste Hinweise zur Transparenz des Unternehmens. Daher ist es wichtig, dass die einzelnen Preise exakt aufgeführt sind, um so den nötigen Vergleich zu starten. Im Übrigen sollte der Hausanbieter aus der Region kommen, denn dies erspart lange Anfahrtswege und schont somit auch die Umwelt.

Rohbauphase

Beim Massivhaus umfasst die Rohbauphase alle Arbeiten von der Erschließung des Grundstücks bis zur Fertigstellung der Außenhülle der Häuser. Neben dem Fundament gehören hier auch die tragenden Wände sowie die Dachkonstruktion dazu. In der Regel werden zur Rohbauphase auch die Decken, Treppen, Innenwände und der Schornstein gerechnet.

Im Schnitt dauert die Rohbauphase zwischen vier und fünf Wochen, wobei Fenster und Türen hier nicht mitgerechnet werden, denn diese gehören erst in die Innenausbauphase.

Folgende Arbeiten gehören zur Rohbauphase:

  • Einrichten der Baustelle inklusive Baustellenzufahrt
  • Ausheben der Baugrube
  • Gießen der Bodenplatte bzw. die Baumaßnahmen für den Keller
  • Errichten der Außenwände Stein auf Stein
  • Gießen der Zwischendecken
  • Einbau der Treppen
  • Errichten der Dachkonstruktion

Ausstattung und Innenausbau

Nachdem das Richtfest gefeiert wurde, beginnt die Innenausbauphase. In dieser Phase werden alle Räume bewohnbar bzw. nutzbar gemacht. Die Dauer der Innenausbauphase hängt sowohl von der Trocknungsphase aufgrund der Jahreszeit als auch von den verwendeten Materialien ab.

Folgende Arbeiten gehören zur Innenausbauphase:

  • Dacheindeckung
  • Installationsarbeiten für Elektro-, Wärme-, Wasser- und Abwasserversorgung
  • Estricharbeiten
  • Einbau von Fenstern und Außentüren
  • Verlegen der Fußböden sowie das Fliesen und Tapezieren der Wände
  • Montage der Heizkörper, wenn keine Fußbodenheizung gewählt wird
  • Installation der Sanitärobjekte
  • Montage der Innentüren

Abschlussarbeiten und Abnahme

Bevor die zukünftigen Hausbesitzer ihr Traumhaus einweihen können, steht die behördliche Bauabnahme im Raum. Dabei prüfen ein Sachverständiger vom Bauamt sowie der Schornsteinfeger, ob alle baulichen Maßnahmen gemäß der Baugenehmigung eingehalten wurden. Am Ende wird ein amtliches Prüfprotokoll erstellt und von beiden Seiten unterzeichnet. Die Hausbesitzer bekommen den Schlussabnahmeschein und dürfen das Traumhaus offiziell als Wohngebäude nutzen.

Wie lange dauert ein Massivhausbau?

Für Baufamilien bedeutet das Bauvorhaben bares Geld, denn in den meisten Fällen muss das Traumhaus mit einem Kredit finanziert werden. Dies bedeutet, dass jeder weitere Tag, an dem das Haus nicht genutzt werden kann, unnötig Geld kostet. Damit es nicht zu finanziellen Doppelbelastungen durch Mietzahlungen und dergleichen kommt, ist es wünschenswert, dass der Hausbau schnell und sorgfältig abgeschlossen wird. Hierzu empfiehlt sich auch die Einbeziehung eines Bausachverständigen, damit Mängel frühzeitig entdeckt und beseitigt werden können und der Bau sich somit nicht verzögert und es später nicht zu bösen Überraschungen kommt. 

Die reine Bauphase wird beim Massivhaus auf fünf bis sechs Monate Bauzeit geschätzt. Dieser Zeitfaktor gilt für ein durchschnittliches und einfaches Haus. Bei größeren Häusern muss entsprechend mit mehr Bauzeit gerechnet werden.

Fazit

Wie bereits erwähnt gehört das Massivhaus in Deutschland zu den traditionellen Bauweisen. Dies und eine Reihe anderer Gründe vermitteln den Baufamilien von Anfang an Sicherheit. Nichtsdestotrotz ist es ratsam, sich vor dem Hausbau in Massivbauweise über die Vor-und Nachteile zu informieren und dies gegeneinander abzuwägen. Die verschiedenen Massivhaus-Anbieter stehen hierzu mit Informationen und sonstigem Infomaterial den künftigen Hausbesitzern mit Rat und Tat zur Seite. Anhand der Hauskataloge kann im Vorfeld eine Wahl zum Haustyp und dem Baustil getroffen werden.

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