Der perfekte Grundriss

Damit das Traumhaus perfekt wird, muss zu Anfang viel Zeit in die Planung des Grundrisses gesteckt werden. Im Grundriss sollen alle Wünsche und Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner abgedeckt werden, was nicht immer einfach ist. Jeder innerhalb der Familie hat andere Vorstellungen von der Gestaltung des Hauses. Die verschiedenen Ideen müssen unter einen Hut gebracht werden. Bisher gibt es den universell passenden Grundriss leider noch nicht, sodass Bauherren mit ihren Familien sich ihre eigenen Gedanken dazu machen müssen. Im folgenden Ratgeber möchten wir Informationen und Tipps rund um den Grundriss geben.  

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Welche Grundriss-Arten gibt es?

Wie bereits erwähnt, gibt es nicht den einen Grundriss. Passend zu den Vorstellungen der Bewohner gibt es verschiedene Grundriss-Arten. Vor wenigen Jahren gehörten zum Einfamilienhaus-Grundriss niedrige Deckenhöhen oder das Durchgangszimmer zum Standard. Heute sieht das zum Glück anders aus. Wir möchten auf drei typische Grundrisse näher eingehen und Tipps dazugeben.

Flurtyp – der klassische Grundriss

Dieser Grundriss hat seinen Namen durch den Flur, der das Zentrum vom Haus darstellt. Alle Räume innerhalb des Gebäudes sind voneinander getrennt und können nur durch den Flur erreicht werden. Dies führt nicht nur zu mehr Ruhe, sondern auch zu mehr Privatsphäre durch die Rückzugsmöglichkeiten in den einzelnen Räumen. Der Grundriss hat jedoch einen großen Nachteil – Die Raumgröße wird dadurch deutlich eingeschränkt. Das Obergeschoss wird durch eine Treppe vom Erdgeschoss getrennt, was zusätzlich für mehr Ruhe sorgt. Je nach Größe des Hauses kann im Obergeschoss ein Bereich geschaffen werden, der durch ein Fenster natürlich belichtet wird und sich vielfach nutzen lässt. Denkbar ist ein Arbeitsplatz, eine Bibliothek mit Leseecke oder auch ein Spielplatz für die Kinder. Für Menschen, die Wert auf Ruhe legen, ist der klassische Grundriss, wie der Flurtyp auch genannt wird, ideal. Die Realisierung ist sowohl im Bungalow als auch im klassischen Einfamilienhaus oder in der Stadtvilla möglich.

Der offene Grundriss

Das genaue Gegenteil vom klassischen Grundriss stellt der offene Grundriss dar. Die einzelnen Räume gehen ineinander über. Türen und Wandflächen sind bei diesem Grundriss kaum vorhanden. Solche Grundrisse sind sehr beliebt und werden gerne für das Erdgeschoss im Einfamilienhaus genutzt. Der Wohn- und Essbereich mit der angrenzenden offenen Küche bildet eine harmonische Einheit, die für ein geräumiges und offenes Wohngefühl innerhalb des Hauses sorgt. Beim offenen Grundriss muss jedoch bedacht werden, dass die Räume nicht nur optisch verbunden sind, sondern auch akustisch. Das Gleiche gilt auch für alle Gerüche, die rund um das Kochen aus der Küche entstehen. Die einzelnen Mitglieder der Familie sollten sich daran nicht stören, auch wenn es gerade nicht ihre Lieblingsspeise ist.

Sehr beliebt beim offenen Grundriss ist auch die Raum-zu-Raum-Erschließung. Hierbei gehen alle Räumlichkeiten ineinander über, sodass Verkehrsflächen fast komplett wegfallen können. Mithilfe von Schiebetüren kann jeder Raum beliebig vergrößert oder verkleinert und somit der Wohnsituation angepasst werden.

Der flexible Grundriss

Ebenfalls sehr beliebt bei den Grundriss-Arten ist der flexible Grundriss. Dieser lässt sich einfach, wie der Name vermuten lässt, an die sich ändernden Lebensbedingungen anpassen. Im Haus gibt es nur sehr wenige tragende Wände. Dafür überwiegen die nicht tragenden Wände, die in Trockenbauweise erstellt werden. Bei Bedarf können diese Wände relativ leicht versetzt werden. Dies sorgt für ausreichend Flexibilität im Haus. Üblicherweise werden alle Räume in etwa gleich groß geplant. Dadurch lässt sich der Zweck der einzelnen Räumlichkeiten gemäß der Wohnsituation jederzeit verändern. Zum Beispiel kann aus einem geräumigen Kinderzimmer später ein Gästezimmer oder ein Homeoffice werden. Es spricht auch nichts gegen einen Hobbyraum. Gleichzeitig wird das Haus beim flexiblen Grundriss so geplant, dass das Gebäude später auch in einzelne Wohnungen unterteilt werden kann, wenn dies gewünscht wird. Hierzu müssen allerdings im Erdgeschoss sowohl ein Gäste-WC als auch eine separate Dusche eingeplant werden. Durch den flexiblen Grundriss kann das Haus später barrierefrei umgestaltet werden, wenn von Anfang an auf Stufen und Schwellen verzichtet wird. Die großen Bewegungsflächen ermöglichen auch den späteren Einbau eines Lifts in das Obergeschoss.

Wie wird ein perfekter Grundriss geplant?

Der perfekte Grundriss für das Traumhaus ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Für den perfekten Einfamilienhaus-Grundriss muss der Bauherr sich schon bei der Planung ein paar wichtige Fragen stellen. Es geht dabei um das Familienleben in der Zukunft, ob Kinder geplant sind und ob man bis ins hohe Alter in seinem Traumhaus wohnen bleiben möchte. Wichtige Gedanken hierzu sind:

  • Wird Stauraum im Haus benötigt?

  • Wo sollen eventuell die Kinder spielen?

  • Wird ein Keller benötigt oder reicht ein Haus ohne Keller mit entsprechendem Dachgeschoss?

  • Wie lärmempfindlich ist man?

  • Sind Zimmer mit Türen gewünscht oder eher die offene Bauweise bei der Raumaufteilung?

  • Gedanken zu den verschiedenen Lebensphasen.

Dies sind ein paar sehr persönliche Fragen, die in jedem Fall ehrlich beantwortet werden müssen. Für den perfekten Grundriss sind auch viele andere Dinge entscheidet, die im Vorfeld einer Klärung bedürfen.

Auf Baubestimmungen aus dem Bebauungsplan achten

Neben der Größe des Grundstückes ist auch der Bebauungsplan für den Grundriss wichtig. Hierin werden unter anderem die Abstandsflächen zum Nachbarhaus festgelegt sowie die Anzahl der Geschosse und die Dach- bzw. Firsthöhe. Im ersten Moment hört sich dies nach massiven Einschränkungen an. Doch mit einem versierten Planungsexperten gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, den Einfamilienhaus-Grundriss im eigenen Sinne zu planen und Wünsche rund um das Haus wahr werden zu lassen.

Hausstandort optimieren

Nicht nur die Maße des Grundstückes sind für den Grundriss wichtig. Ist der Baugrund eben oder liegt er am Hang? Welche Himmelsrichtung verspricht den besten Blick? Nehmen Nachbargebäude oder große Bäume nötiges Licht und gibt es besondere Lärmquellen wie viel befahrene Straßen, Schulen, Kindergärten usw.? Letzteres bedeutet, dass das Schlafzimmer abseits der Lärmquellen geplant werden soll. Der Wohnbereich sollte den besten Blick vom Grundstück bieten oder eine Ausrichtung nach Süden haben (Sonnenscheindauer bzw. Installation einer Solar-Anlage). Nebenräume im Haus lassen sich gut in Richtung Norden legen. Allein schon die Lage des Bauplatzes erfordert eine Menge Kompromissbereitschaft bei der Planung des Grundrisses.

Die Größe und Aufteilung der Räume anpassen

Damit alle Familienmitglieder sich im neuen Haus wohlfühlen, benötigen die einzelnen Räume eine Mindestgröße. Nachfolgend möchten wir einen Einfamilienhaus-Grundriss als Beispiel zeigen.

Räume
Quadratmeterzahl von klein bis großzügig
Eingangsbereich/Flur
5 bis 12
Küche
10 bis 20
Küche inklusive Essplatz
16 bis 32
Hauswirtschaftsraum
6 bis 16
Esszimmer
12 bis 25
Wohnbereich
19 bis 35
Wohnbereich inklusive Essplatz
30 bis 50
Wohnbereich inklusive Essplatz und Küche
37 bis 50
Badezimmer und WC
6 bis 16
Gäste-WC
1,5 bis 3
Schlafzimmer
12 bis 20
Ankleidezimmer
6 bis 10
Kinderzimmer
10 bis 25
Gästezimmer
10 bis 20
Arbeitszimmer
8 bis 12
Hobbyraum
8 bis 20

Bei der Planung der Grundrisse dürfen auf keinen Fall die sogenannten Verkehrswege wie Flure und Treppen vergessen werden. Vielfach werden auch ein zweites Kinderzimmer und ein zweites Badezimmer eingeplant.

Laufwege minimieren

Laufwege im Haus sollten generell minimiert werden. Mit einer offenen Küche und einem optimal gelegenen Essbereich lassen sich viele Laufwege im Laufe des Tages minimieren. Beim Anrichten, Tisch decken und abräumen muss nicht ständig hin- und her gelaufen werden. Bei der Grundrissplanung sollten die späteren Bewohner stets im Hinterkopf behalten, wie oft sie am Tag vom Herd zum Kühlschrank, der Spüle oder zum Essbereich laufen. Diese Wege sollten beim neuen Grundriss nach Möglichkeit minimiert werden.

Positionierung von Fenstern und Türen planen

Für den perfekten Grundriss müssen möglichst viele Fenster berücksichtigt werden. Tageslicht ist nicht nur eine effiziente, sondern auch eine klimafreundliche Lichtquelle, auf die keinesfalls verzichtet werden darf. Zusätzlich hat Sonnenlicht einen positiven Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit und auf das Gemüt. Nicht ohne Grund werden beim Einfamilienhaus-Grundriss immer wieder große Fensterflächen einbezogen. Diese Fenster sollten nach Möglichkeit nach Süden ausgerichtet sein, denn von dort sind in den kälteren Monaten die meisten Wärmegewinne zu erwarten. Werden im Grundriss die Fenster positioniert, muss an den Sonnenverlauf innerhalb eines Tages gedacht werden. Fenster, die nach Osten weisen, bieten Morgensonne, was gerade für das Schlafzimmer optimal ist. Der Wohnbereich dagegen sollte Fenster nach Westen haben, denn so lässt sich die Abendsonne deutlich länger genießen.

Grundrisse müssen auch der Haustür genügend Aufmerksamkeit widmen. Die Position der Haustür im Einfamilienhaus-Grundriss sollte sich nach dem Grundstück und nach der Anbindung an die Straße orientieren. Niemand möchte, wenn er von der Arbeit oder vom Einkaufen kommt, einmal um das Haus laufen. Auch Paketboten sollten die Haustür auf einfachem Weg erreichen. Bei der Grundrissplanung muss in jedem Fall daran gedacht werden, denn eine spätere Änderung ist kaum noch möglich.

Beim Grundriss für das neue Haus muss in jedem Fall an die Nutzungsgewohnheiten gedacht werden. Dies ist entscheidend für weitere Zugänge ins Haus wie zum Beispiel Kellertür, Hintertür oder Terrassentür.

Nischen und Schrägen vermeiden

Generell sollten bei der Grundrissplanung Nischen und Schrägen vermieden werden. Diese Bereiche werden im Laufe der Jahre mit allem vollgestellt, was gerade nicht gebraucht wird. Wirklich nützlich sind solche Abstellplätze nicht. Schon bei den Gedanken rund um den Grundriss macht es Sinn, wenn gar nicht erst über solche Möglichkeiten nachgedacht wird, denn je größer eine solche Fläche ist, desto größer ist die Versuchung, alles aufzuheben.

Beim Einfamikienhaus-Grundriss ist auf sogenannte schräge Wände zu verzichten. Diese bedeuten nicht nur mehr Verschnitt und schweres Arbeiten, sondern auch wenig Stellplatz für große Möbel wie zum Beispiel Schrank oder Regal.

Steckdosen, Lichtschalter, Thermostate & Co. platzieren

Bei den Grundrissen sollten Bauherren auch Weitsicht mit einfließen lassen. Wichtig hierbei sind ausreichend Steckdosen sowie die richtige Positionierung von Schaltern für Licht und Co. Sehr oft werden im Grundriss die Schalter für die komfortable Rollladenbedienung vergessen. Ähnlich sieht es mit den Schaltern und Thermostaten für die Haustechnik aus. Wird diesen Punkten bei der Grundplanung zu wenig Beachtung geschenkt, ärgern sich Baufamilien später über Verlängerungskabel und Co.

An die Zukunft denken

Bei der Grundrissplanung muss in jedem Fall auch an die Zukunft. Gedacht werden. Insbesondere, wenn das Haus bis ins hohe Alter bewohnt werden soll. Sicherlich kann die Zukunft nicht vorausgesagt werden, doch in die Grundrisse können einige Entwicklungen mit einbezogen werden, die später von Nutzen sind.

So wünschen sich ältere Kinder oftmals ein Zimmer, das nicht direkt neben dem Schlafzimmer der Eltern liegt. Mit der richtigen Grundrissplanung lassen sich Zimmer später problemlos tauschen.

Wenn es das Budget zulässt, kann eine kleine Einliegerwohnung geplant werden. Hier können Kinder oder Großeltern selbst bestimmt im eigenen Haushalt leben. Eine solche Wohnung kann auch fremd vermietet werden, was wiederum die finanzielle Situation durch Mieteinnahmen entlastet.

Nicht unwichtig bei der Grundrissplanung ist, an die Barrierefreiheit zu denken. So lassen sich mit dem perfekten Grundriss im Vorfeld große und teure Umbaumaßnahmen in Zukunft vermeiden.

Vorgefertigte Grundrisse anschauen

Wenn die Ideen für den perfekten Grundriss fehlen, lohnt es sich, verschiedene vorgefertigte Grundrisse anzuschauen. Diese sind entweder in den Katalogen der verschiedenen Hausanbieter zu finden oder man schaut sich die verschiedenen Häuser in einem Musterhauspark an. Dort sind die verschiedensten Immobilien zu finden. Dies ist unter anderem eine Hilfe, wenn man nicht sicher ist, ob das neue Eigenheim eher ein klassisches Einfamilienhaus, ein Bungalow oder gar eine Stadtvilla sein soll. Mit dem Besuch in einem Musterhauspark lassen sich die einzelnen Räume real einschätzen, sodass das eigene Heim schon im Vorfeld Gestalt annimmt. Eine weitere Hilfe ist im Internet zu finden, denn viele Bauherren stellen ihre Bautagebücher online.

Grundriss selbst erstellen oder von Architekten fertigen lassen?

Ohne Zweifel kann mit einer speziellen Software auch der Laie den perfekten Grundriss für das Einfamilienhaus oder den Bungalow erstellen. Das ist in jedem Fall sinnvoll, denn so kann schon beim Beratungsgespräch mit dem Hausanbieter aufgezeigt werden, was wichtig ist. Wer sich dies nicht zutraut und unsicher ist, dem ist zu raten, einen Fachmann bzw. einen Architekten mit der Planung zu beauftragen.

Um den Bauantrag zu stellen, muss der Grundriss grundsätzlich von einem Architekten oder Planer erstellt werden und unterschrieben sein. Dieser kennt alle genehmigungsrelevanten Aspekte und kann die Baufamilie beim Einfamilienhaus-Grundriss darauf hinweisen. Ganz ähnlich sieht es mit den Werkplänen aus, nach denen am Ende das Haus gebaut wird.

Welche Tools kann ich nutzen?

Der grobe Grundrissplan kann vom Eigentümer auch per Hand erstellt werden. So lassen sich die ersten Grundideen zu Papier bringen, was gerade für die Platzierung von Möbel und Co. gilt. Das Wichtigste hierbei ist das proportional maßgerechte Zeichnen der Raumgrößen, sonst passt später nicht alles perfekt zusammen.

Für den Feinschliff vom Grundriss sollte später ein sogenanntes Grundriss-Tool am PC oder auf dem Tablet genutzt werden. Diese gibt es online oder als Software zum Installieren. Die meisten Tools lassen sich intuitiv bedienen und liefern sehr gute Ergebnisse. Das Gute daran ist, dass eine Vielzahl der Tools kostenlos zu bekommen ist.

Fazit zu perfektem Grundriss

Für kein Haus gibt es den perfekten Grundriss, da dieser abhängig von der Anzahl und dem Alter der Bewohner sowie deren Hobbies ist. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen kommt nur der Bungalow in Betracht, während andere sich wiederum ein Haus mit Galerie und einer Empore wünschen. Wichtig für die Grundrisse ist es, dass an alle Eventualitäten gedacht wird, denn spätere Änderungen am Grundriss sind nicht nur schwierig umzusetzen, sondern oftmals auch sehr kostspielig.

Wichtig bei der Planung des Grundrisses sind die rechtlichen Voraussetzungen rund um das Baugrundstück. Eine gute Hilfe stellt hier der Planungsexperte oder der Fertighausanbieter dar, denn diese sind sowohl auf den Bungalow wie auf das klassische Einfamilienhaus oder die Stadtvilla spezialisiert und wissen, worauf es ankommt.

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