Entkernung: Alles Wichtige zur Gebäudesanierung und Teilabriss

Grundsätzlich haben Altbauten einen ganz eigenen Charme und vermitteln eine besondere Atmosphäre. In vielen Fällen trügt aber der Schein und das Gebäude muss komplett entkernt werden, um es im Anschluss nach einer Sanierung wieder nutzen zu können. Nach der Entkernung kann das alte Gebäude auf den neuesten Stand der Technik sowie der Energieeffizienz gebracht werden. Bis dahin ist es aber oft ein weiter Weg. Mit dem folgenden Artikel möchten wir Besitzern einer solchen Immobilie Tipps und Informationen rund um eine nötige Entkernung geben.

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Kurz & Kompakt: Zusammenfassung

  • Bedeutung einer Entkernung: Bei einer Entkernung wird ein Haus bis auf die Grundmauern sowie auf die Gebäudehülle abgerissen. Zusätzlich werden Fenster, Türen und Einbauten entfernt, um diese durch neuere Materialien zu ersetzen.

  • Gründe für die Entkernung: Diese wird immer dann nötig, wenn eine Kernsanierung bei einem Altbau geplant ist oder wenn Eigentümer umfassend modernisieren möchten bzw. eine Nutzungsänderung geplant ist.  

  • Zeitfaktor für die Entkernung: Dies hängt immer von der Größe des Objekts sowie dem Umfang der geplanten Arbeiten ab. Im Schnitt ist mit einer Dauer von einigen Wochen bis mehreren Monaten zu rechnen.

Was bedeutet Entkernung?

  • Definition: Darunter ist die vollständige Entfernung sämtlicher nicht tragender Bauteile eines Gebäudes zu verstehen. Nur die tragende Struktur wie zum Beispiel das Fundament und die tragenden Innenwände bzw. Decken bleiben übrig. In den meisten Fällen wird das äußere Erscheinungsbild wie Fassade und Dach beibehalten.

  • Unterschiede zwischen Entkernung und Abriss: Zwischen diesen beiden Methoden gibt es einen deutlichen Unterschied. Bei der Entkernung werden lediglich die nicht tragenden Bauteile wie zum Beispiel Fenster, Türen und Installationen entfernt, um das Haus für eine spätere Nutzung vorzubereiten. Im Gegensatz dazu wird bei einem Abriss das komplette Gebäude abgerissen.

  • Wann eine Entkernung sinnvoll ist: Diese ist immer dann sinnvoll, wenn das Gebäude umfassend renoviert werden soll oder bei einem Abbruch die Außenwände aus Denkmalschutzgründen zwingend erhalten bleiben müssen. Des Weiteren ist eine Entkernung nötig, wenn schadstoffbelastete Teile eines Hauses entsorgt werden müssen oder um die Bausubstanz mittels Dämmungen und modernen Heizungsanlagen zu erneuern, umso die Energieeffizienz zu verbessern. Vielfach kommt die Entkernung auch zum Tragen, wenn eine Nutzungsänderung der Immobilie geplant ist und aus einem Wohnhaus ein Gewerbebetrieb oder umgekehrt entstehen soll.

Teilentkernung vs. Komplettentkernung

  • Teilentkernung: Es werden nicht alle Bauteile der Immobilie entfernt, sondern nur bestimmte. Dazu zählen neben dem Abreißen der alten Innenwände auch Decken und Böden. Diese werden entfernt und durch neue ersetzt, ohne dass dabei die komplette Gebäudestruktur verändert wird. Ziel der Teilentkernung ist es, das Haus für Modernisierungs- bzw. Sanierungsarbeiten vorzubereiten, ohne dass ein kompletter Abbruch oder ein Rückbau nötig ist.

  • Komplettentkernung: Hierbei werden bis auf die tragende Bausubstanz alle Bauteile und Installationen entfernt. Dazu zählen Fenster, Türen, Bodenbeläge, Isolierungen und sonstige Einbauteile. Nur die tragenden Wände (Rohbau) bleiben erhalten. Vielfach ist die Komplettentkernung beim Abbruch eines Gebäudes nötig, insbesondere dann, wenn schadstoffbelastete Teile entfernt werden müssen.

Gründe für eine Entkernung

Für eine Entkernung gibt es eine Reihe von Gründen. Wir haben uns einige näher angeschaut.

  • Sanierung von Altbauten: Aus Denkmalschutzgründen sollen historische Gebäude erhalten bleiben. Um umfassende Modernisierungsmaßnahmen durchführen zu können, ist das komplette Entkernen des Gebäudes unumgänglich.

  • Umbauten & Modernisierungen:  Im Rahmen dieser Maßnahmen werden Freiräume für neue Gestaltungsideen geschaffen. Dadurch wird Hausbesitzern die Möglichkeit geboten, die  Raumaufteilung zu verändern.

  • Nachhaltigkeit & Wiederverwertung: Materialien können so sortenrein getrennt, recycelt und wiederverwendet werden. Solche Maßnahmen tragen zur Nachhaltigkeit beim Bauen bei.

  • Schadstoffbeseitigung: Dadurch können Asbest, PCB, alte Dämmstoffe entfernt und im Anschluss entsorgt werden. Bei solchen Arbeiten sind besondere Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

  • Nutzungsänderung: Die Immobilie soll in Zukunft anders genutzt werden. Bei solchen Entkernungsprojekten kann die Bausubstanz auf die spätere neue Nutzung vorbereitet werden.

Planung einer Entkernung

Für eine Entkernung ist eine umfassende Planung nötig. Neben der Vorbereitung auf den Rückbau müssen eventuelle Schadstoffe identifiziert werden. Des Weiteren muss ein Demontageplan erstellt werden, bei dem sämtliche Sicherheitsstandards eingehalten werden müssen. Im Folgenden möchten wir auf die Genehmigung, die Kosten und die Zeitplanung näher eingehen.

Genehmigungspflicht: Braucht man eine Erlaubnis?

  • Wann eine Baugenehmigung erforderlich ist: Bei den meisten Entkernungsprojekten ist eine Baugenehmigung erforderlich. Dies gilt im Besonderen, wenn es sich um strukturelle Veränderungen oder eine Asbestsanierung handelt. Vor Beginn der Arbeiten sollten Hausbesitzer sich bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde informieren.

  • Welche Behörden sind in Berlin zuständig? Die zuständige Behörde ist in Berlin das jeweilige Bezirksamt.

  • Warum der Architekt die Abrissgenehmigung einholen sollte: Der Architekt verfügt über die notwendige Expertise und die entsprechende Erfahrung. So kann bei einer genehmigungsfähigen Planung sichergestellt werden, dass die Maßnahme den bauordnungsrechtlichen sowie den bauplanungsrechtlichen Vorschriften entspricht. Da der Architekt die Verantwortung für das Projekt trägt, kann er auch bei der Nichterfüllung der Genehmigungsanforderungen haftbar gemacht werden. Einen passenden Architekten für ein solches Projekt finden Hausbesitzer auf unserer Website.

Kosten & Zeitplanung

Kostenfaktoren: Die Kosten für die Entkernung eines Gebäudes können stark variieren, da sie von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel Größe des Vorhabens, Entkernungsart und Region, in der das Haus steht. Im Schnitt ist mit Kosten von 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter zu kalkulieren. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die Entkernungsarbeiten selbst, um die Trennung von Schadstoffen sowie um die Entsorgung von Bauschutt. Für Bauschutt und Sondermüll wie Asbest muss mit Kosten von 21 bis 35 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Zusätzlich können Kosten für ein Gutachten in Höhe von 1.000 bis 2.000 Euro anfallen sowie Kosten für Planung und Ingenieurleistungen. Grundsätzlich sollte eine Bauherrenhaftpflicht abgeschlossen werden und last but not least darf die Baustelleneinrichtung nicht vergessen werden. Dazu zählen das Bereitstellen von Containern und Werkzeugen.

Wie lange dauert eine Entkernung? Die Dauer wird ebenfalls von verschiedenen Faktoren beeinflusst und kann nicht pauschal benannt werden. Neben der Gebäudegröße geht es auch um den Umfang der Arbeiten sowie um die Arbeitsbedingungen. Zu Letzteren zählen der Zustand des Gebäudes, die Verfügbarkeit fachkundiger Handwerker und deren Ausrüstung sowie eventuell auftretende Hindernisse bei den Entkernungsarbeiten. Für ein Einfamilienhaus ist mit einigen Tagen bis mehrere Wochen zu rechnen, während größere Gebäude einige Wochen bis mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Der Ablauf einer Entkernung

Der Ablauf bei einem Entkernungsprojekt ist vielfältig, sodass wir auf die einzelnen Punkte näher eingehen möchten.

Vorbereitung & Beweissicherung

  • Beweissicherung: Je nach Standort des Gebäudes und je nach Projekt muss eine Genehmigung beantragt werden. Dazu ist unter anderem eine umfassende Beweissicherung durch einen Bausachverständigen nötig. Im Zuge der Beweissicherung wird der Zustand der Nachbargrundstücke sowie der Gebäude darauf dokumentiert. Es werden Messungen vorgenommen, Fotos gemacht und eventuell ein Gutachten erstellt. Bei Entkernungsarbeiten kommt es zwangsläufig zu Erschütterungen, Vibrationen und dergleichen. Sollte es zu Schäden an den Nachbargebäuden kommen, lässt sich anhand der Beweissicherung in einem Streitfall nachweisen, ob die Entkernung tatsächlich dafür verantwortlich ist. Hausbesitzer, die eine Entkernung planen, sollten sich von unseren Bausachverständigen umfassend beraten lassen.

  • Schutzmaßnahmen für Nachbargebäude: Dies ist unerlässlich, um dadurch Schäden rund um das Nachbargrundstück zu vermeiden. Zum Schutz werden Schutzzäune und Staubschutzwände aufgestellt.  Netze und Gerüste sollen Schäden durch herabfallende Teile verhindern. Des Weiteren werden Baugruben gesichert, um zu verhindern, dass Nachbargebäude durch das Abbrechen des Gebäudes absacken.

  • Strom, Wasser & Gas: Diese sind vor Beginn der Baumaßnahmen abzuschalten. Für das Abschalten von Strom und Gas muss der Netzbetreiber mit dem Abschalten beauftragt werden. Bei den Wasserleitungen reicht es einfach, die Verschlüsse und Ventile abzustellen.

Rückbau von nicht tragenden Bauteilen

Während hierbei die Außenwände und die tragenden Konstruktionen erhalten bleiben, werden sämtliche Wände der Innenräume, Deckenverkleidungen, Bodenbeläge und sonstige Einbauten, die keine statische Funktion haben, entfernt. Im Zuge dessen werden auch Fenster und Türen ausgebaut. Der Innenbereich ist so für eine neue Nutzung, Renovierung oder eine Sanierung vorbereitet.

Vom Rückbau zum Rohbauzustand: Wichtige Schritte bei der Entkernung

Bei jeder Entkernung ist die strukturierte Entrümpelung ein erster wichtiger Schritt. Dabei werden nicht nur Möbel und alte Einbauten entfernt, sondern auch Altmaterialien wie kaputte Fliesen, defekte Dämmung und alte Böden entsorgt. Der Umgang mit anfallendem Abfall muss dabei genau geplant werden, um eine sortenreine Trennung und fachgerechte Entsorgung zu ermöglichen.

Nach der Entrümpelung folgt die sorgfältige Demontage aller nicht tragenden Bauteile. Besonders die veraltete Gebäudetechnik, wie alte Heizungsanlagen, Elektroinstallationen oder Rohrsysteme, wird im Zuge der Demontage vollständig zurückgebaut. Ziel ist es, das Gebäude in einen reinen Rohbauzustand zu versetzen, der für die anschließende Sanierung oder einen Umbau optimal vorbereitet ist.

Gerade bei Immobilien unter Denkmalschutz ist es wichtig, dass die Entrümpelung und die Entfernung von Dämmung, Fliesen und Böden besonders behutsam erfolgt, damit historische Bauelemente erhalten bleiben. Jedes Vorhaben muss hier exakt geplant werden, damit denkmalgeschützte Fassaden, Stuckdecken oder Fenster in ihrer ursprünglichen Form geschützt werden können.

Erst wenn das Gebäude vollständig entkernt ist, kann ein Sanierungskonzept entwickelt werden, das auf moderner Gebäudetechnik, effizienter Dämmung und neuen Nutzungskonzepten basiert. Ein gut geplanter Schritt für eine erfolgreiche Modernisierung.

Schadstoffsanierung

Die Schadstoffsanierung und die Entkernung sind zwei eng miteinander verbundene Prozesse, welche im Rahmen der verschiedenen Maßnahmen an einem Haus bzw. Altbau durchgeführt werden.

Im Zuge der Schadstoffsanierung müssen Schadstoffe im Haus identifiziert werden, bevor sie sicher entfernt oder neutralisiert werden können. Dabei müssen die strengen Vorgaben und Richtlinien der Gefahrstoffverordnung strikt eingehalten werden. Dies erklärt auch, warum eine Sanierung stets von einem spezialisierten Fachbetrieb durchgeführt werden soll, da dieser über die erforderliche Sachkunde sowie eine entsprechende Ausrüstung verfügt.

Abtransport & Entsorgung

Im Zuge der Entsorgung werden die verschiedenen Baustoffe nach ihren Möglichkeiten sortiert und auf eine Wiederverwertung überprüft. Sondermüll wie zum Beispiel Asbest, PCB oder sonstige gefährliche Stoffe müssen gemäß den geltenden Vorschriften entsorgt werden.

  • Welche Materialien können recycelt werden? Metalle wie Eisen, Kupfer, Stahl und Aluminium werden eingeschmolzen und wiederverwendet. Auch Glas wird eingeschmolzen und zu neuen Glasprodukten verarbeitet. Kunststoffe wie PET-Flaschen lassen sich ebenfalls zu neuen Kunststoffen verarbeiten. Holz wird nach dem Entkernen gehäckselt und zu Spanplatten verarbeitet. Textilien werden zu Dämmmaterial und Beton kann zerkleinert als Recyclingbeton für neue Bauprojekte verwendet werden.

  • Kosten für Container & Transport: Die Kosten für die Container sind von der Menge und der Art des Bauschutts abhängig. So ist sortenreiner Bauschutt deutlich günstiger als gemischter Bauschutt. Wenn möglich, sollten für die Abbrucharbeiten und die Entsorgung größere Container bestellt werden, da diese pro Kubikmeter oftmals günstiger sind. Die Kosten für die Entsorgung sind regional unterschiedlich, weshalb Bauherren sich Angebote von verschiedenen Entsorgungsunternehmen einholen und vergleichen sollten. Für einen Bauschuttcontainer mit 5 m³ muss im Schnitt mit 200 Euro für 7 Tage gerechnet werden. Die Entsorgung von sortenreinem Beton in einem 5 m³ Container kostet durchschnittlich 300 Euro, während gemischter Bauschutt in der gleichen Menge ca. 400 Euro kostet. Für den Abtransport fallen weitere Kosten an, die aus dem jeweiligen Angebot hervorgehen sollten.

Sicherheit & Vorschriften

Rund um die Entkernung müssen strenge Sicherheitsvorschriften sowie diverse Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten werden.

  • Arbeitsschutz & Schutzkleidung: Zur persönlichen Schutzausrüstung der Handwerker zählen Helme, Handschuhe, Schutzbrillen, Atemschutz, Gehörschutz sowie Schutzkleidung im Allgemeinen.

  • Brandschutz: Vor Beginn der Entkernungsarbeiten muss ein Brandschutzkonzept entwickelt werden. Darin berücksichtigt wird bei einem Brand der Schutz von Personen und Bauteilen. Nach der Entkernung werden weitere Brandschutzmaßnahmen durchgeführt, um das Haus so brandschutztechnisch zu verbessern.

  • Lärmschutz & Rücksicht auf Anwohner: Grundsätzlich müssen die gesetzlichen Ruhezeiten von 13:00 bis 15:00 Uhr und von 20:00 bis 6:00 eingehalten werden. An Sonn- und Feiertagen gelten die Ruhezeiten ganztägig. Des Weiteren muss der Lärm durch lärmarme Arbeitsverfahren und Maschinen minimiert werden. Hilfreich dabei sind sogenannte Lärmschutzwände, um auch Rücksicht auf Nachbarn zu nehmen.

Zu den gesetzlichen Vorschriften, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen, zählen:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) für Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

  • Baugesetzbuch (BauGB) für die baurechtlichen Vorschriften.

  • Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zum Schutz vor Emissionen wie Lärm und Staub.

  • Gefahrstoffverordnung für die spezifischen Vorschriften beim Umgang mit Schadstoffen wie Asbest.

  • Abbruchgenehmigung muss vor Beginn der Abbrucharbeiten eingeholt werden.

Rechtliche Aspekte der Entkernung

Diese sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Dabei geht es unter anderem um den Standort, die Art des Gebäudes sowie die geplanten Maßnahmen.

  • Haftung und Verantwortung: Unternehmen haften vertraglich für die ordnungsgemäße Ausführung der verschiedenen Arbeiten. Dies bedeutet, alle Arbeiten müssen sowohl fachkundig als auch ohne Mängel durchgeführt werden. Bauherren können bei Schäden oder Mängeln, welche durch eine fehlerhafte Entkernung entstanden sind, haftbar gemacht werden. Grundsätzlich ist ein genereller Haftungsausschluss für Mängel an der Bausubstanz nicht möglich. Es muss immer eine Prüfung im Einzelfall vorgenommen werden.

  • Genehmigungen und Vorschriften: In der Regel ist eine Erkennung genehmigungspflichtig, da es sich um einen Umbau oder eine Sanierung handelt, wodurch die Struktur des Gebäudes verändert wird. In den Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländern können die exakten Regelungen nachgelesen werden. Des Weiteren müssen die Arbeiten am Projekt den baurechtlichen Bestimmungen entsprechen. Dies gilt im Besonderen für Sicherheit, Brandschutz sowie Tragfähigkeit. Ebenfalls relevant sind die umweltrechtlichen Bestimmungen, insbesondere bei der Entsorgung von Asbest und anderen Schadstoffen.

  • Denkmalschutz: Die Denkmalschutzbehörde muss frühzeitig in die Maßnahmen mit einbezogen werden. Des Weiteren müssen die entsprechenden Genehmigungen eingeholt werden. In der Regel soll die historische Substanz des Gebäudes erhalten bleiben und die optische Erscheinung nur wenig verändert werden. Die vollständige Entkernung im Rahmen einer Kernsanierung wird nur in Ausnahmefällen zugelassen und nur wenn eine umfassende Begründung vorliegt.

Vertragliche Regelungen mit Bauunternehmen

Wird ein Bauunternehmen mit den Entkernungsarbeiten beauftragt, sollte zwingend ein Vertrag zwischen den beiden Parteien geschlossen werden. Dabei ist es wichtig, dass sämtliche vertraglichen Regelungen wie zum Beispiel Haftung bei Schäden, Kosten in Euro pro Quadratmeter, der exakte Zeitplan und das ordnungsgemäße Entsorgen von verschiedenen Materialien schriftlich fixiert werden. Dies sorgt für eine klar definierte Grundlage für die anstehende Zusammenarbeit und schafft einen klaren Überblick für beide Seiten.

Um die Vertragsbedingungen umfassend zu regeln, sollten immer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwendet werden. Diese sorgen im Falle von Streitigkeiten für einen klaren Ablauf wie zum Beispiel eine Schlichtungsvereinbarung oder eine Schiedsklausel.

Nach der Entkernung: Wie geht es weiter?

  • Neubau oder Sanierung: Wurden nicht alle tragenden Elemente und Einbauten entfernt, erfolgt je nach Bedarf und Ziel ein kompletter Abriss oder eine Kernsanierung . Bei Letzterem wird die Bausubstanz im Rahmen einer Renovierung umfassend modernisiert. Dazu zählen ein neues Dach, neue Fenster, Erneuerung der Fassade sowie neue Sanitärinstallationen bzw. eine komplette Erneuerung der Anlagen der Gebäudetechnik.

  • Tragwerksprüfung: Diese ist im Anschluss unerlässlich, da sichergestellt wird, dass das verbleibende Tragwerk, welches aus Wänden, Stützen, Decken und Fundamenten besteht, auch in Zukunft sicher und tragfähig ist. Die Tragwerksprüfung wird von einem Tragwerksplaner oder einem Sachverständigen durchgeführt, um eventuelle Mängel und Schäden zu identifizieren. Im Anschluss daran kann die Tragfähigkeit bewertet werden.

  • Anschließende Planung: Um einen passenden Architekten in und um Berlin zu finden, sollten Interessenten sich an die Architektenkammer Berlin wenden. Möglich ist auch die direkte Suche mithilfe von Suchmaschinen oder auf Online-Plattformen. Ebenfalls zu empfehlen sind entsprechende Informationen von Freunden, Bekannten und der Familie.

Warum eine Beweissicherung vor der Entkernung wichtig ist

Die Beweissicherung vor der Entkernung ist essenziell wichtig und sollte auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. Dabei geht es nicht nur um die Dokumentation des Ist-Zustandes der Immobilie, sondern vielmehr um die folgenden Aspekte:

  • Schutz vor Schadensersatzforderungen durch Nachbarn: Anhand des Ist-Zustands der Nachbargrundstücke bzw. Gebäude lässt sich leichter beweisen, ob Schäden durch die Entkernung verursacht wurden und bereits im Vorfeld vorhanden waren. Durch eine ordnungsgemäße Beweissicherung lassen sich unberechtigte Schadenersatzforderungen von Nachbarn und sonstigen Personen abwehren.

  • Rechtliche Sicherheit für den Bauherrn: Sollte es dennoch zu einem Streitfall vor Gericht kommen, kann anhand der Beweissicherung die Ursache von Schäden belegt und in der Folge die Verantwortlichkeit geklärt werden.

Unsere Bausachverständigen beraten Sie diesbezüglich gerne. Interessenten sollten im Zuge der Vorbereitung zu einer Entkernung unverbindlich Kontakt mit unseren Experten aufnehmen und sich entsprechende Informationen besorgen.

Praktische Tipps für Bauherren bei der Entkernung

Für eine erfolgreiche Entkernung  sollten immer die verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Dazu gehören das Tragen von Schutzkleidung, das Abschalten von Strom, Gas und Wasser sowie das Beachten der Maßnahmen im Rahmen einer Asbestbelastung.

Bauherren sollten grundsätzlich einen Entkernungsplan für ihr Haus erstellen, der sämtliche Arbeitsschritte enthält. Des Weiteren sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, da Entkernungsarbeiten sehr zeitintensiv sein können.

Die Entkernungsarbeiten an einem Haus sollten immer von einem erfahrenen Bauunternehmen durchgeführt werden, da dieses über das nötige Fachwissen in Bezug auf Sanitärinstallationen oder die Heizungsanlage sowie die entsprechende Ausrüstung verfügt.

Entkernung im Vergleich zu Abriss und Sanierung

  • Abriss vs. Entkernung: Die Entscheidung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen der Zustand des Gebäudes, die Kosten und last but not least auch die Nachhaltigkeit. Ein kompletter Abriss ist üblicherweise nötig, wenn durch die Arbeiten die Statik gefährdet ist oder wenn eine Sanierung sich wirtschaftlich nicht mehr vertreten lässt.

  • Sanierung vs. Entkernung: Das Entkernen bietet eine Reihe von Vorteilen. Zum einen ist es oft günstiger als ein kompletter Abriss und ein anschließender Neubau und zum anderen kann damit sowohl das Fundament als auch die Gebäudehülle erhalten werden. Dies ist besonders bei denkmalgeschützten Immobilien von großer Wichtigkeit. Und last but not least ist das Entkernen nachhaltiger, da deutlich weniger Ressourcen verbraucht werden als bei einem Neubau. Auch eine Sanierung bietet Vorteile. Neben den finanziellen Vorteilen wie Wertsicherung und Förderung durch staatliche Programme sind das Umwelt- und Gesundheitsvorteile sowie die einfachere Bewilligung im Vergleich zu einem Neubau.

  • Warum die Entkernung eine günstigere Option im Vergleich zu Abriss und Neubau ist: Da die tragenden Wände und das Dach erhalten bleiben, werden weniger Baustoffe und weniger Zeit benötigt. Des Weiteren sinken die Entsorgungskosten, da deutlich weniger Baustoffe entsorgt werden müssen als bei einem kompletten Abriss. Und zu guter Letzt sind auch die Planungs- und Genehmigungskosten niedriger als bei einem Neubau.

Fazit

Eine Entkernung ist in vielen Fällen die Grundlage für eine umfassende Modernisierung oder eine Kernsanierung. Im Zuge dessen werden veraltete Techniken, Installationen und Materialien entfernt. Durch den Einbau von neuen Technologien lässt sich die Energieeffizienz deutlich verbessern.

Durch die Entkernung sowie einer anschließenden Sanierung kann der Wert der Immobilie deutlich steigen, sodass dieser zu einem höheren Preis verkauft oder leichter vermietet werden kann. Des Weiteren kann das Haus länger genutzt werden und bietet einen deutlich höheren Wohnkomfort.

Wichtig bei einer Entkernung ist eine sorgfältige Planung. Wenn möglich sollten Experten zurate gezogen werden, die sich mit den Grundlagen sowie den Vorschriften auskennen.

Zu den Kosten kann keine pauschale Aussage getroffen werden, da diese von verschiedenen Faktoren abhängig sind. Hausbesitzer sollten jedoch nie zu knapp planen und immer einen finanziellen Puffer für unvorhersehbare Ausgaben haben.

FAQs zur Entkernung

Sinnvoll ist dies, wenn über eine grundlegende Renovierung oder gar einen Abbruch der Immobilie nachgedacht wird. Gleiches gilt, wenn das Haus mit verschiedenen Schadstoffen belastet ist oder wenn die Bewohner sich eine neue Raumaufteilung wünschen.

Hierzu gibt es keine pauschale Antwort, denn eine Reihe von Faktoren beeinflussen den Preis. Hausbesitzer sollten im Rahmen einer Kernsanierung mit Kosten von 400 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter kalkulieren.

Dies kommt auf die Größe und den Zustand des Hauses sowie auf den Umfang der Arbeiten an. Für ein komplettes. Hauss sollten mehrere Wochen bis einige Monate eingeplant werden.

In den meisten Fällen ist eine Baugenehmigung erforderlich.  Handelt es sich zusätzlich um einen Abbruch, dann wird eine Abbruchgenehmigung benötigt. Welche Genehmigungen erforderlich sind, wird in den örtlichen Bauordnungen festgelegt.

Da es sich um eine komplexe Aufgabe handelt, sollte professionelle Hilfe genutzt werden. Gründe hierfür sind der Umfang des Projekts sowie Fachkenntnisse, wenn es um das Entsorgen von Materialien und das Einhalten von Vorschriften geht.

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